Die Antwort findet sich nur selten in Besuchszahlen oder Ausstellungslisten. Es sind vielmehr einzelne Momente, Objekte und Begegnungen, die einem in Erinnerung bleiben.
Wie klingt ein wachsender Baum? Was hört man in einem Ameisenhaufen? Und welche Geräusche entstehen, wenn Kleinsttiere morsches Holz fressen? In der Ausstellung Schatzkammer Wald machten riesige pilzförmige Hörmuscheln solche verborgenen Klänge erlebbar. Sie luden dazu ein, dem Wald mit neuen Ohren zu begegnen.
2025 war auch das Jahr, in dem wir mit der neuen Dauerausstellung «Biel und die Welt» den Blick über die Stadt hinaus richteten und zeigten, wie eng die Geschichte Biels seit Jahrhunderten mit internationalen Handels- und Kulturbeziehungen verflochten ist. Gleichzeitig beschäftigten wir uns mit Kunst- und Kunstgewerbe der Bielerinnen, mit der Entstehung eines analogen Animationsfilms und mit dem Werk von Heinz-Peter Kohler.
Hinter jeder Ausstellung, jedem Objekt und jeder Restaurierung stehen Menschen, die sammeln, bewahren, erforschen, vermitteln und manchmal auch ganz neue Fragen stellen. Der vorliegende Jahresbericht möchte deshalb weniger eine vollständige Chronik sein als vielmehr Einblicke in jene Geschichten geben, die das Museumsjahr 2025 geprägt haben.
Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre
Dr. Bernadette Walter
Direktorin NMB Neues Museum Biel
Es wurden insgesamt 442 Neuzugänge in die Sammlungsinventare aufgenommen.
Historische Sammlung: 188
Sammlung zur regionalen Kunst: 254
Sammlung Stiftung Robert: 3
Sammlung Karl und Robert Walser: 1
Die Geschichte des Bundesordners kann nun anhand der Sammlung des NMB nachvollzogen werden. Die Biella AG vermachte ihr Firmenarchiv dem NMB. Die 1900 gegründete Schreibbücher- und Papierwarenfabrik in Biel schuf mit dem Bundesordner ein Symbol schweizerischer Bürokratie.
Die Finanzen 2025 sind mittlerweile auch sauber in Ordnern abgelegt.
Warum unser Mitarbeiter 2025 eine Schulung zum Strahlenschutz absolviert hat, erklärt sich auch an diesem Objekt, das neu zur Sammlung gehört.
Das Malset mit radiumhaltiger Leuchtfarbe wurde in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts für die Bemalung von Uhren verwendet. Das Vorkommen radioaktiver Leuchtfarbe in gewissen historischen Uhren und Uhrenbestandteilen kann die Gesundheit gefährden. Für den Umgang mit solchen Gegenständen sind daher Kenntnisse über die Gefahren ionisierender Strahlung nötig.
Von welchen Tieren stammten die Materialien der verschiedenen Hüte, die in der Sammlung aufbewahrt werden? Um dies herauszufinden, führte die Textilrestaurierungs- und Konservierungsspezialistin Stefanie Göckeritz eine Reihe von Analysen durch. Mithilfe eines Mikroskops untersuchte sie die Struktur der Fasern und Haare verschiedener Kopfbedeckungen. Diese sorgfältigen Untersuchungen ermöglichen die Identifizierung der verwendeten Materialien – etwa Biberfell, Kaninchenhaar oder Seide.
Die Arbeit der Konservierung und Restaurierung findet oft im Hintergrund statt, ist jedoch von zentraler Bedeutung. Das NMB arbeitet regelmässig mit externen Fachleuten zusammen, um seine Kenntnisse über die Sammlungen zu vertiefen und deren langfristigen Erhalt zu sichern.
Am 8. Mai 2025 fand im NMB eine Gedenkfeier anlässlich der Verlegung der ersten Bieler «Stolpersteine» statt.
Die Gedenksteine würdigen Laja, Simon, Sabine und Charles Sonabend am Mon-Désir-Weg sowie Clara Pintschuk an Karl Neuhaus-Strasse, die Opfer des Holocaust wurden. Bei diesem bewegenden Anlass, der im Garten des NMB stattfand, sprach unter anderem die ehemalige Bundesrätin Ruth Dreifuss vor den Nachkommen der Familie Sonabend.
Wer heute durch den Museumspark spaziert, entdeckt einen Ort, der zum Innehalten einlädt: den historischen Gartenpavillon.
Mit viel Sorgfalt wurde der Gartenpavillon aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts restauriert. Zunächst galt die Aufmerksamkeit seiner Substanz: Fundamente wurden instandgesetzt, schadhafte Holzteile ersetzt, die Dachkonstruktion erneuert und der Pavillon statisch gesichert. Anschliessend machten sich die Restauratoren daran, seine Geschichte freizulegen. Schicht für Schicht kamen die ursprüngliche Farbfassung und die zarte Wandmalerei mit ihren Blumen- und Früchtemotiven wieder zum Vorschein. Heute zeigt sich der Pavillon wieder in seiner historischen Erscheinung.
Er ist damit wieder das, wofür er einst geschaffen wurde: ein Ort der Ruhe und des Verweilens. Wer hier kurz innehält, entdeckt, dass manchmal gerade die kleinsten Bauwerke die grössten Geschichten erzählen.
Regelmässig erhält das NMB Leihanfragen für Kunstwerke oder Objekte von regionalen, nationalen und internationalen Institutionen. Insgesamt lieh das NMB 41 Objekte an andere Institutionen aus.
Die weiteste Reise machten neun La-Tène-Objekte die in der Ausstellung «Die Welt der Kelten» im Moesgaard Museum in Dänemark bis zum zu sehen waren. Ab Oktober 2025 konnten dort die Spuren der Kelten bis nach Dänemark verfolgt werden.
Die international anerkannte Sammlung des Museum Schwab umfasst etwa tausend Objekte aus La Tène (NE), der namensgebenden Fundstätte der zweiten europäischen Eisenzeit. Das Moesgaard Museum stellte daher verzierte Schwerter und Schwertscheiden sowie Speerspitzen aus Eisen aus. Diese für die Zeit von 450 bis 50 v. Chr. typischen Objekte wurden wahrscheinlich vor mehr als 2000 Jahren an der Mündung der Thielle in den Neuenburgersee versenkt.
Wir danken Ihnen herzlich für Ihre Unterstützung und Verbundenheit, ohne die wir unsere Projekte nicht hätten realisieren können!
Projektbeiträge
Stiftung Vinetum | Temperatio Stiftung | Netzwerk Bielersee | NMB Amis du musée | Burgergemeinde Biel | Fondation Johanna Dürmüller-Bol | Fondation Pierre et Laua Zürcher | Fondation Sandoz | Pro Scientia et Arte | Bourgeoisie d’Orvin | Burgergemeinde Mett | Burgergemeinde Twann | Susann Häusler Stiftung | GVB Kulturstiftung
Zusammenarbeit / Partnerschaften
Archäologischer Dienst des Kantons Bern Association | Maison Robert au Jorat | Berner Fachhochschule | Bieler Fototage | Burgergemeinde Bern | Burgergemeinde Pieterlen | Filmpodium Biel/Bienne | Intervalles. Revue culturelle du Jura bernois et de Bienne | kani Handbuchbinderei | Kunsthaus Biel Centre d’art Bienne: gemeinsame Koordinationsstelle für die Vermittlung | Kunstsammlung der Stadt Biel | Lyceum Club International Bienne | Museum Burghalde Lenzburg | Netzwerk Bielersee | Officina Helvetica | Tag des Denkmals
Tourismus Biel-Seeland | Verein Pro Petinesca, Studen | Verein Stolpersteine Schweiz
Ein Danke auch an all unsere Spenderinnen und Spender:
Belometti Brunello, Biel/Bienne / Berlincourt Annie, Orvin / Bodmer Kuengolt, Bern / Bourquin F. & J.-P., Orvin / Breu Erwin, Solothurn / Dahler Maja & Hans-Jörg, Biel/Bienne / Dudler Cornelia, Gerolfingen / Engel Thomas, Biel/Bienne / Gagnebin Christophe, Tramelan / Gloor Hans, Biel/Bienne / Greiner Gräub Ursula & Greiner Willy, Biel/Bienne / Grupp Charlotte, Biel/Bienne / Henny Stefan, Biel/Bienne / Hérit. Lüscher Albert, Porrentruy / Dr. Hofmann Heike, Zürich / Inhelder Dieter, Biel/Bienne / Juillerat Michel, St-Imier / Känel Elsa, Biel/Bienne / Knauer-Jost A. & C., Münchenbuchsee / Dr. Laffer Urban, Bellmund / Liechti Albert, Hagneck / Lindenmann Marlys, Adliswil / Maillard A.-M., Domdidier / Marthaler Fritz, Biel/Bienne / Monnet Janine, Lausanne / Muser Leyvraz Marianne, Biel/Bienne / Pfister Sonya, Biel/Bienne / Renggli Claire-Lise, Biel/Bienne / Rentsch Susanne & Alfred, Pieterlen / Rittel Freuler F. & Freuler F., Biel/Bienne / Robert Haenggli Marie Françoise / Schürch Hans, Aegerten / Schwartz Martin, Pully / Staub Hähnle Beatrice, Biel/Bienne / Vodenicarov Luigina, Genève / von Burg Urs, Bellach / Wick-Werder Margrit & Markus, Biel/Bienne / Widmer Jean-Pierre, Péry / Wyss Ingrid, Biel/Bienne / Zimmermann Andreas, Bern / Zwahlen Rudolf, Aegerten
Total Eintritte Museum / Kulturelle Veranstaltungen: 16’761
Anzahl Schulklassen Aktionswochen (gratis): 123
Anzahl Kinder Aktionswoche: 1991
Anzahl Kindergruppen für Workshops (Ferienpass, Kinderclub, Pfeilbogen Workshop, Kindergeburtstag…): 17
Anzahl Workshops Geschichte und Kunst: 38
Anzahl Workshops Archäologie: 98
Anzahl Führungen Schulklassen: 6
Anzahl Führungen Erwachsene: 40
Anzahl kulturelle Veranstaltungen (Vernissage, Lesungen, Halloween): 8
| AKTIVEN |
31.12.2025 |
31.12.2024 |
|
UMLAUFVERMÖGEN |
||
|
Flüssige Mittel |
270'606.01 | 512'092.83 |
|
Debitoren |
4'477.74 | 15'713.10 |
|
Vorräte Handelswaren |
1.00 | 1.00 |
|
Transitorische Aktiven |
7'860.40 | 20'636.90 |
| TOTAL UMLAUFVERMÖGEN |
282'945.15 |
548'443.83 |
|
ANLAGEVERMÖGEN |
||
|
Büromaschinen, Mobiliar, Software, Kollektion |
37'914.00 | 8'303.00 |
| TOTAL ANLAGEVERMÖGEN |
37'914.00 |
8'303.00 |
| TOTAL AKTIVEN |
320'859.15 |
556'746.83 |
| PASSIVEN |
31.12.2025 |
31.12.2024 |
|
Kurzfristiges Fremdkapital |
||
|
Kreditoren |
89'838.37 |
70'932.06 |
|
Transitorische Passiven |
31'639.87 |
25'162.26 |
|
Kontokorrent Stiftung |
-13'758.40 |
-13'758.40 |
|
Rückstellungen |
10'000.00 |
228'992.56 |
| Total kurzfristiges Fremdkapital |
117'719.84 |
311'328.48 |
|
Eigenkapital |
||
|
Gewinn (+) / Verlustvortrag (-) |
-17'567.64 |
-7'455.69 |
| Total Eigenkapital |
-17'567.64 |
-7'455.69 |
| Ankaufs- und Restaurierungsfonds |
220'706.95 |
252'874.04 |
|
TOTAL PASSIVEN |
320'859.15 |
556'746.83 |
|
Betriebsaufwand |
01.01.2025 – 31.12.2025 |
01.01.2024– 31.12.2024 |
|
Handelswaren |
61'529.39 |
60'597.53 |
|
Ankauf Sammlungsgegenstände |
3'695.00 |
7'216.51 |
|
Ausstellungsaufwand |
293'346.33 |
188'454.48 |
|
Personalaufwand inkl. Sozialleistungen |
1'509'940.59 |
1'403'567.68 |
|
Mietaufwand / Baurechtszinsen |
222'744.59 |
222'602.96 |
|
Zinsaufwand |
1'863.01 |
1'357.83 |
|
Unterhalt, Reparaturen, Ersatz |
161'391.80 |
111'345.55 |
|
Unterhalt Sammlungen |
1'453.55 |
5'715.70 |
|
Versicherungsprämien |
19'489.30 |
18'772.25 |
|
Heizung, Strom, Wasser |
91'319.65 |
106'854.80 |
|
Büro- und Verwaltungsaufwand |
32'657.85 |
38'462.27 |
|
Werbung / Drucksachen |
69'638.87 |
52'145.85 |
| Total Betriebswaufwand |
2'469'069.93 |
2'217'093.41 |
|
Betriebsertrag |
||
|
Handelswarenverkäufe |
97'766.40 |
83'384.87 |
|
Eintritte, Führungen |
66'913.51 | 56'424.60 |
|
Diverse Erträge |
21'118.51 |
44'670.39 |
|
Spenden, Projektbeiträge |
154'195.00 | 147'966.51 |
|
Subventionen |
1'912'500.00 |
1'912'500.00 |
| Total Betriebsertrag |
2'252'493.42 |
2'244'946.37 |
| Total Betriebserfolg |
-216'576.51 |
27'852.96 |
|
Bildung/Auflösung Rückstellungen |
218'992.56 |
-20'000.00 |
|
Ausserordentlicher Aufwand / Ertrag |
12'528.00 |
3'445.98 |
| Total Erfolg |
-10'111.95 |
4'406.98 |
Freiwilligenarbeit im NMB
Marco engagiert sich ehrenamtlich im NMB. Gelegentlich hilft er bei besonderen Veranstaltungen mit, meist aber empfängt er die Besucherinnen und Besucher, die die Wohnung aus dem 19. Jahrhundert besichtigen möchten. Es sind nicht so sehr die Pracht und der Luxus der Räume und ihrer Einrichtung, die Marco faszinieren, sondern vielmehr die schlichten Dienstbotenkammern unter dem Dach. Im Sommer unerträglich heiß, im Winter eisig kalt, erinnern sie ihn an die bescheidenen Lebensbedingungen der einfachen Menschen von damals.
Die Steintreppe, die zur Wohnung führt, endet an der glatten, blank getretenen Eingangsschwelle, wo die Besucher Pantoffeln anziehen müssen, um die kostbaren Parkettböden zu schonen. Dahinter setzt sie sich als knarrende, wurmstichige Holztreppe fort und führt hinauf zu den armseligen Mansarden der Hausangestellten. Dort unter dem Dach werden auch die Gegenstände einer vergangenen Zeit aufbewahrt. Kinderwagen, Schlitten, Fahrräder und viele andere Alltagsgegenstände beflügeln Marcos Fantasie. So schwebt er, stets zwischen Vergangenheit und Gegenwart, an einen Ort, den es längst nicht mehr gibt.
Stiftungsrat Charles Neuhaus (Aufsichtsbehörde)
Präsident Marc Wollmann
Vizepräsidentin Barbara Chevallier
Mitglieder Peter Bohnenblust, Marc Burkhardt, Emanuel Gogniat, Beat Howald, Michèle Lachat, Janic Lustenberger, Simon Lüthi, Andreas Münch, Ulrich Schmid
Peter Bohnenblust vertritt die Stiftung Sammlung Robert im Stiftungsrat Charles Neuhaus. Marc Wollmann ist der Vertreter des Vereins der Freunde des NMB und Ulrich Schmid vertritt die Burgergemeinde Biel.
Team
Direktion
Dr. Bernadette Walter – Direktorin, Kuratorin Kunst / Sammlung Robert
Kuratorisches Team
Dr. Florian Eitel – Kurator Geschichte
Ludivine Marquis (bis 30.11.) – Kuratorin Archäologie
Caroline Baier – Kunst / Sammlung Robert
Charlotte Butty – Geschichte
Jonas Kissling (bis 31.10.) – Archäologie
Helena Wehren – Archäologie
Kulturvermittlung
Nicole Benz | Anne Bernasconi | Barbara Blumer | Stéphanie Chouleur | Ellinor Dunning | Lauranne Eyer I Lea Fröhlicher | Célestine Leuenberger | Kurt Mischler | Ursula Räss | Anna-Lena Rusch I Alexandra Szalai | Helena Wehren
Administration
Michèle Batur
Kommunikation
Rachel Comment
Sammlung
Patrick Weyeneth
Archiv
Jérôme Boillat
Technik und Betrieb
Herbert Kündig
Andreas Bachmann | Muriel Costa
Empfang, Kasse, Café und Shop
Jsabelle Aebi | Rémi Bottinelli | Lisa Caltagirone (ab 06.10.) | Pascale Chatton | Pepita Hirt | Quentin Huegi | Tanja Lander (ab 01.09.) | Camille Leyvraz (Shop) | Lucas Moser (ab 01.12.) | Yves Petitpierre | Jona Xhemajli (bis 30.09.)
Praktikant:innen
Archäologie: Mathieu Gremaud (bis 31.01.) | Robin Bertherin (01.02.–30.04.) | Théo Roux (01.05.–31.07.) | Leo Chappuis (01.09.–31.12.)
Geschichte: Joris Widmer (bis 31.01.)
Kulturvermittlung: Lena Stockmeyer (bis 31.05.) | Florian Rubin (01.06.–30.11.) | Linda Schraner (ab 01.12.)